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Moderner Verband mit Tradition und Geschichte

Die Professional Golfers Association (PGA) of Germany präsentiert sich heute als moderner Berufsverband mit mehr als 2200 Mitgliedern. Gegründet wurde sie 1927 in Neviges in Nordrhein-Westfalen, damals unter dem Namen „Verband der Berufsgolfspieler in Deutschland“.

 

1927: Die Gründung des Berufsverbands in Neviges

Unter dem Namen „Verband der Berufsgolfspieler in Deutschland“ gründen Wilhelm Zimmer, Georg und Max Lange, Heinrich Henkel und der Brite Percy Alliss im Jahr 1927 den Berufsverband in Neviges in Nordrhein-Westfalen. Das genaue Gründungsdatum und auch der exakte Ort der Gründung können heute leider nicht mehr nachvollzogen werden, da viele historische Verbandsunterlagen im Krieg verloren gegangen sind. Initiator und Gründungspräsident ist damals Percy Alliss, der im Spätsommer, jedenfalls nach der Gründung, auch die Deutsche Golflehrermeisterschaft gewinnt, die auf dem neuen Platz des Frankfurter Golfclubs in Niederrad ausgetragen wird. Percy Alliss ist zu dieser Zeit ebenso wie Wilhelm Zimmer mit dem Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee verbunden, Georg Lange unterrichtet im GC Chemnitz, Max Lange in Bad Nauheim und Darmstadt und Heinrich Henkel in Oberhof. Über die Gründung wird erstmals am 14.10.1927 in der Zeitschrift Tennis und Golf berichtet – ohne Nennung des genauen Datums.

Die Jahre bis zum 2. Weltkrieg

In der späten Weimarer Republik wächst die Golf-Infrastruktur und Golflehrer werden zunehmend auch als sportliche Vorbilder gesehen. Von 1927 bis 1938 richtet der Verband insgesamt zwölf Golflehrermeisterschaften aus und führt in dieser Zeit Prüfungen für angehende Golflehrer ein.

Ab 1931 firmiert der Verband unter dem Namen „Deutscher Berufsspieler-Verband“. 1932 erfolgt die Umbenennung zu „Verband der Deutschen Berufsspieler“, und im April desselben Jahres findet sich in der Zeitschrift „GOLF“, mittlerweile das offizielle Verbands Magazin, das erste Logo der Organisation, ein einfacher Kreis mit den Buchstaben VDB.
Im Januar 1933 wird der Verbandsname erneut geändert, diesmal in „Golflehrer-Verband von Deutschland“; das bisherige Logo bleibt zunächst bestehen.

Neugründung 1947 - wieder in Neviges

Während des 2. Weltkriegs ruht der Berufsverband, wird aber am 28. Mai 1947 wiedergegründet, erneut in Neviges, und diesmal unter dem Namen „Deutscher Golflehrer Verband e.V.“ (DGLV). Gründungspräsident ist Hans Görnert. An der ersten Generalversammlung am 14. Juli nehmen 22 Golflehrer und Assistenten teil, tags darauf wird die erste Golflehrermeisterschaft nach dem Krieg ausgetragen. Der Sieger, Bruno Jersombeck, der den Wettbewerb auch schon vor dem Krieg gewinnen konnte, erhält 600 Reichsmark.

1954 löst Georg Bessner, Pro im GC Garmisch-Partenkirchen, Hans Görnert als Präsident des DGLV ab. Bessner entstammt einer etablierten Golflehrer-Dynastie und versteht es, den Verband in der jungen Bundesrepublik zu konsolidieren. In den 1950ern entstehen wieder neue Golfclubs im Westen, und mit ihnen steigt der Bedarf an Golflehrern. Der DGLV beginnt wieder damit, Prüfungen und Titel (z.B. „Diplom-Golflehrer“) zu standardisieren. Golf wird als Lehrfach innerhalb eines dreijährigen Hochschulstudiums an der Deutschen Sporthochschule Köln aufgenommen.

Im Jahr 1960 arbeiten auf 49 Golfplätzen in Deutschland 43 aktive Golflehrer, drei aktive ausländische Golflehrer, acht aktive Golflehrer-Assistenten und zehn Lehrlinge. Darüber hinaus sind fünf deutsche Golflehrer und ein deutscher Golflehrer-Assistent auf den Plätzen der Besatzungsmächte oder im Ausland tätig. Von 1960 bis 1971 übernimmt mach dem überraschenden Tod von Georg Bessner erneut Hans Görnert den Verbandsvorsitz.  

Im Jahr 1971 bezieht der DGLV in Kassel eine eigene Geschäftsstelle, und Gerold Fischer, Görnerts Nachfolger und Präsident des DGLV von 1972 bis 1986, vernetzt den Verband international. Von 1986 bis 1993 agiert Karl-Heinz Gögele als Präsident, und die Geschäftsstelle wird während seiner Amtszeit nach Neusäß verlegt.

Moderne Zeiten

1994, inzwischen mit Heinz Fehring an der Spitze, stellt der DGLV mit Rainer Goldrian einen hauptamtlichen Geschäftsführer ein, der die Partnerschaften des Verbandes mit Wirtschaftsunternehmen ausbaut. Der Verband bringt eine eigene Mitgliederzeitschrift heraus, die „ProGolf“.

1995 schließlich wird der Berufsverband in „Professional Golfers Association of Germany e.V.“ umbenannt, und ein Jahr später um die Tochtergesellschaft „PGA Aus- und Fortbildungs GmbH“ ergänzt. Ines Halmburger setzt als deren Geschäftsführerin noch im selben Jahr eine neue Ausbildungsstruktur in Kraft. Diese verkürzt die Gesamtzeit der Ausbildung bis zur Golflehrerprüfung auf drei Jahre, der Zwischenstatus des Assistenten entfällt. Zudem werden die Lehrinhalte intensiviert, sodass während der dreijährigen Ausbildung künftig 42 Seminartage zu absolvieren sind.

Ebenfalls 1996 begrüßt die PGA of Germany ihr 1000. Mitglied; damit ist der deutsche Berufsverband nach der „PGA of Great Britain & Ireland“ die zweitgrößte PGA Europas.

1998 zieht die Geschäftsstelle in ein modernes Büro in der Augsburger Innenstadt. Die erste Internet-Homepage der PGA of Germany geht online. Der Berufsverband zählt 1300 Mitglieder bestehend aus „Teaching Professionals“, die ihren Lebensunterhalt vorwiegend durch Golfunterricht in Clubs bestreiten, als auch aus „Playing Professionals“, die sich über Preisgelder und Sponsorenbeiträge finanzieren.

Heinz Fehring nimmt 2000 nach sieben Jahren an der Verbandsspitze der PGA of Germany seinen Abschied als Präsident und übergibt den Vorsitz an seinen bisherigen Stellvertreter Stefan Quirmbach. In Anerkennung seiner Verdienste wird Heinz Fehring, ebenso wie Gerold Fischer, zum PGA Ehrenpräsidenten ernannt.

Graduierung und Restrukturierung

Im selben Jahr führt die PGA of Germany das Graduierungssystem ein, ein Stufenmodell, das Fully Qualified PGA Professionals nach abgeschlossener Ausbildung entsprechend ihrer Fortbildungsaktivitäten und ihrer beruflichen Erfahrung in zunächst die Stufen G4 bis G1 einordnet (ab 2025 auch G1+) und als maximale Stufe die Möglichkeit eröffnet, den Titel „PGA Masterprofessional“ zu erwerben.

2004 gründet der Verband die Professional Golf AG als wirtschaftliche Dachgesellschaft und betreibt von 2005 bis 2020 die EPD Tour, eine europaweite Turnierserie für Professionals, die heutige Pro Golf Tour. Im Jahr 2010 verlegt der Berufsverband seinen Sitz nach München. 2012 tritt erneut eine neue Ausbildungsstruktur in Kraft, die es nun vor allem auch Quereinsteigern erleichtert, den Beruf des Fully Qualified PGA Golfprofessionals zu ergreifen.

In der Saison 2009 führt die PGA of Germany führt ein neues Qualifizierungssystem für PGA Golfschulen ein, durch das diese sich als Institutionen mit hohen Qualitätsstandards in Unterricht, Training und Ausstattung präsentieren können.

2012 wird die Ausbildung zum Fully Qualified PGA Golfprofessional wird erneut grundlegend reformiert. Ein modulares System mit Eingangstest, PGA PreCourse und der neuen Zwischenstufe „PGA Assistant“ erleichtert den Zugang zur dreijährigen Berufsausbildung und erhöht die Durchlässigkeit. Inhalte werden in Teilmodulen geprüft, vorhandene Qualifikationen können angerechnet werden, Betriebe und Azubis erhalten dadurch flexiblere Einstiegsmöglichkeiten.

2015 stuft die damalige PGAs of Europe, der heutige Confederation of Professional Golf (CPG), des Ausbildungsprogramm der PGA of Germany auf Anhieb in das „PGA Professional Level“ ein, die höchste erreichbare Stufe in einem neuen Wertungssystem.

Ende der Ära Quimbach

Kariem Baraka löst nach 21 Jahren und sieben Amtsperioden Stefan Quirmbach als Präsident der PGA of Germany ab, der nicht mehr für das Amt kandidiert.

Die PGA konsolidiert ihre IT-Systeme und baut eine eigene Datenbank mit allen relevanten Daten ihrer Mitglieder und Partner und einem eigenen Mitgliederbereich (MyPGA) auf; eine relevante Grundlage für den digitalen Fortschritt der nächsten Jahre.

Mit Gründung der PGA Business Division und Neugliederung der Mitgliederstruktur der PGA of Germany in „Teaching Division“, „Playing Division“ und „Business Division“ im Jahr 2022 wird auch das PGA-Logo modernisiert, um den Einsatz in der digitalen Welt zu verbessern und gleichzeitig den Wiedererkennungswert zu steigern.

Die PGA of Germany hat nun rund 2100 klassische Mitglieder in der Teaching- und der Playing-Division, weitere rund 300 Personen sind ebenfalls als „Professionals des Golfsports“ anerkannt und gehören der PGA Business Division an.

Centennial Gala

Die PGA of Germany feiert am 19. Februar 2027 mit einer großen Gala im Kongress Palais Kassel ihren 100. Geburtstag.